2014/03/25

DAY 09 – Mt. Fuji und Kawaguchiko Lake

Ihr könnt euch nicht vorstellen wie aufgeregt ich an diesem Tag war – endlich ging es zum bekanntesten Berg (bzw. Vulkan) Japans! Das Wahrzeichen des Landes schlechthin. Und ich durfte ihn sehen – und zwar real und in Farbe ^-^

Der Weg dorthin sollte jedoch gut geplant sein – vor allem sollte man genügend Zeit mitbringen, denn von Tokyo zum Fuji dauert es dann doch ca. 2,5 Stunden (inkl. Umsteigen und Wartezeit).

Start meiner Tour war die Ueno Station (die liegt nicht sehr weit von meinem Hotel entfernt), wo ich mir zunächst meinen Kanto Area Pass von der JR East Railway Company geholt habe. Zur Info: der Kanto Area Pass gilt für 3 aufeinanderfolgende Tage, kostet 8.000 Yen (ca. 55 EUR), und man darf damit an den 3 Tagen beliebig oft in allen zugelassenen JR Zügen durch die Kanto-Gegend fahren (auf dem Pass findet man alle wichtigen Infos genau erklärt). Den Pass können sich nur Touristen mit nicht-japanischem Pass holen und ist eine ziemlich feine Sache (im Vergleich: ein normales Fuji Hin- und Zurück-Ticket kostet schon 3.400 Yen).

Einen direkten Zug zum Fuji gibt es nicht, man muss aber auch nur einmal umsteigen. Zuerst fährt man ca. 60 Minuten mit der JR Chuô-Linie nach Ôtsuki und von dort noch mal ca. 60 Minuten mit der Fujikyuko Linie nach Kawaguchiko (wer den Fuji besteigen möchte, muss schon vorher an der Station „Mt. Fuji“ raus).

Wichtig: die Chuô-Linie muss ein „Limited Express“ Zug sein, sonst seid ihr nicht 1 Stunde sondern viel länger unterwegs. Die Express Züge halten nicht an jeder Haltestelle und haben teilweise auch nur reservierte Sitze. Hier sollte man sich vorher im JR Info Center erkundigen und eine Sitzplatzreservierung (kostenlos) vornehmen. So reist man dann wirklich sehr komfortabel.

Bis es dazu kam, lag allerdings noch ein bisschen Weg vor mir. Da die Chuô-Linie nur von Shinjuku aus fährt, musste ich erst einmal dorthin fahren. Ich muss sagen, dass JR Züge im Prinzip nicht anders sind, als die U-Bahnen – außer, dass sie etwas breiter sind und sich noch mehr Menschen reinquetschen können ^-^ (und irgendwie sind die Züge zu jeder Tageszeit voll …)

Die Verbindung nach Shinjuku erfolgt von Ueno aus mit der Yamanote Linie (eine Ringbahn, die einmal um den Stadtkern von Tokyo herumfährt und an vielen wichtigen Stationen anhält). Die wr ziemlich voll und ich war sehr froh, als ich wieder draußen war und ganz entspannt in einen fast leeren Express Zug nach Ôtsuki einsteigen konnte.




Wie in Regionalzügen üblich, haben dann auch ziemlich viele Japaner ihr Lunch Paket rausgeholt – da habe ich mich natürlich gleich mal angeschlossen, denn Frühstück im Zug ist echt was cooles ^-^ Ich hatte mir diverse Sachen aus dem Supermarkt zusammengestellt. Auch ein paar, die ich noch nicht kannte. Sehr lecker war die Heidelbeermilch, äußerst interessant war das süße Teil, das außen vollständig grün und innen orange-rosa mit Sahnefüllung war (es war auch eine Melone auf der Packung abgebildet und das Teil hat tatsächlich total nach Melone geschmeckt … und irgendwie auch danach ausgesehen ^-^“)

Skurril: In Japan kann man einzeln verpackte, semi-hart gekochte Eier kaufen. Krass.





Die eine Stunde Zugfahrt kann man sich übrigens sehr gut mit aus dem Fenster gucken vertreiben. Man bekommt sehr schnell einen Eindruck, wie das Landleben so außerhalb von Tokyo aussieht. Das fand ich persönlich ziemlich toll – vor allem die alten Leute, die bei gleißendem Sonnenschein ihre kleinen Äcker hinter dem Haus bewirtschaften.

Endlich in Ôtsuki angekommen, wurde ich von einem sehr Baustellen-lastigen Bahnhof begrüßt. Viele Absperrungen, Wegumleitungen – zuerst wusste man gar nicht, wo man eigentlich hinsollte. Das nette Personal am Bahnhof hat aber alle Passagiere genau da hin gelotst, wo sie hin wollten. Im Organisieren und Ordnung halten sind Japaner wirklich die Nummer 1.

Auf dem Gleis der Fujikyuko Linie hieß es dann aber erst mal: Warten. Die Touristen stapelten sich von Minute zu Minute und es hat ca. 20 Minuten gedauert, bis der Zug dann endlich kam. Aber ein bisschen warten ist zu verschmerzen, wenn man weiß worauf man wartet.




Die Fahrt geht durch eine wunderschöne Landschaft, durch Schluchten und ländliche Wohngebiete. Ich war die ganze Zeit über wie gebannt am Fenster geklebt, da ich so viele Dinge gesehen habe, die ich bisher nur aus Anime-Serien kannte. Es ist immer toll zu erfahren, dass das tatsächlich alles so ist (das war bei meiner ersten Reise nach Amerika irgendwie ähnlich, aber nicht so positiv wie hier in Japan ^-^“)

An der Station „Mt. Fuji“ konnte ich den Berg dann endlich zum ersten Mal sehen – nur kurz, aber immerhin. Es war ein ziemlich ehrfürchtiger Moment und ich war wie gebannt und vielleicht ist auch kurz die Zeit stehengeblieben ;-) Jetzt konnte ich es nicht mehr erwarten!




Kurz darauf war ich dann in Kawaguchiko. Hinter Bahnhofsgebäude ragte schon der Fuji in seiner ganzen Größe hervor. Allerdings muss man sich noch ein ganz schönes Stück vorwärts bewegen – nämlich zum Kawaguchiko Lake (See) – bevor man ihn richtig gut sehen kann. Das kann man entweder mit dem Bus tun oder man begibt sich zu Fuß auf den Weg.

Wenn ihr gut zu Fuß seid, geht zu Fuß, man sieht einfach mehr von der Stadt. Es ist aber ein ganz schöner Fußmarsch, da man zunächst durch die halbe Stadt zum See runter laufen muss und dann noch eine knappe halbe Runde um den See drehen muss, bevor man den Fuji zu Gesicht bekommt. Aber der Spaziergang lohnt sich wirklich.










Ich war schon leicht frustriert, als ich lief und lief und immer noch nichts zu sehen war. Und langsam machten sich erste Zweifel breit: Bin ich falsch gelaufen? Ist die Aussicht hier tatsächlich gut oder ist das gar nicht so? Bla bla bla. Alles Mumpitz, denn nachdem ich die rechte Seite des Sees halb umrundet hatte, tauchte der Fuji plötzlich hinter einem Hügel auf. W-O-W. 




Einen solches Gefühl habe ich im Hinblick auf einen Berg glaube ich noch nie gehabt. Er wirkt so erfurchtgebietend, dass man sich am liebsten gleich und an Ort und Stelle vor ihm verbeugen möchte. Ich war hin und weg. Und in dem Moment wohl der glücklichste Mensch der Welt. 








Während meiner Runde um das erste Drittel oder Viertel des Sees (der ganze See wären 21 km gewesen, das hätte ich bis zur Dunkelheit wohl nicht mehr geschafft ^-^“) habe ich kaum geradeaus gesehen, sondern war immer mit einem Auge beim Fuji. Wenn man schon mal da ist, muss man es einfach genießen. Die ganze Landschaft um den See herum ist schon großartig – und dann diese Bergkulisse dazu … einmalig!






Aber alles Schöne hat auch mal ein Ende und so bin ich gegen Abend wieder nach Tokyo zurückgefahren. Vorher habe ich mir im Supermarkt noch eine heiße Zitrone besorgt – leider kränkele ich irgendwie ein bisschen … (aber kein Wunder bei den Windverhältnissen und den schwankenden Temperaturen).







Zurück in Tokyo habe ich dann noch ein ziemlich leckeres Abendessen genossen – Reis mit Hühnchen und Ei obendrauf, dazu Udon Nudeln und eine Rindfleischsuppe. Man meint gar nicht, wie gut solche einfachen Gerichte schmecken können! Mmm, lecker ^-^ 



Morgen geht’s nach Kamakura und evtl. nach Yokohama (wenn ich es schaffe) :-)

1 Kommentar :

  1. Mila, kann lachen, wie die Sonne übern Fujijama :D toll toll toll :D

    Sehr schade das du vor lauter "am Fenster kleben" keine Fotos machen konntes, die Landschaft und Äcker hätte ich gerne gesehen, aber ich glaub mir wäre es genauso ergangen ^.^ *drück*

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